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Autor Thema: Jennas Weg, Teil 20  (Gelesen 6897 mal)
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Mandith
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 37


Schreiben heißt Bleiben

petersmano
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« am: April 28, 2012, 08:16:23 pm »

Noch Stunden später betrachtete Anna glücklich die Silhouette der neben ihr schlafenden Göttin.
Im Taumel des Glücks hatte diese ihrer Sklavin erlaubt, die erste Nacht in ihrem Bett zu schlafen.
Doch schlafen konnte Anna nicht. Zu viele Dinge gingen ihr durch den Kopf. Sie war glücklich und verwirrt zugleich. Es war wieder passiert! Sie war ihrer Herrin so nahe gewesen wie noch nie. Näher sogar als beim ersten Mal. Annas anfängliche Zweifel und Ängste waren wie weggeblasen und der Frage gewichen, was das Leben in Mistress Jennas Haus noch für sie bereithalten würde.
Ihre geliebte Herrin steckte voller Überraschungen. Nie konnte man voraussagen, was sie als nächstes vorhatte. Anna musste an die Schalter in ihrer kleinen Kammer denken. Wofür mochten die sein? Welchen Zweck hatten sie zu erfüllen? Und der Käfig neben dem Bett? Wie würde es sich wohl anfühlen, darin eingesperrt zu sein? Und dass Anna irgendwann darin eingesperrt werden würde, dessen war sie sich sicher. Denn sie war weiterhin nur eine Sklavin, auch wenn ihre Herrin sie wirklich zu lieben schien. Daran erinnerten Anna schon die silbern glänzenden Handfesseln, die immer noch zusammengeschlossen waren. Das hatte die Göttin zur Bedingung gemacht, um die Nacht in ihrer Gegenwart verbringen zu dürfen.

„Hopp, hopp. Raus aus den Federn“.
Anna musste sich einen Moment besinnen. Sie war doch noch irgendwann eingeschlafen. Jetzt, wo sie langsam wach wurde, bemerkte sie einen leichten Schmerz in ihren Schultern. Die stundenlange Fesselung forderte ihren Tribut.
„Es ist schon 8.00 Uhr“, hörte sie die Herrin sagen, „und wir haben noch einiges vor, ehe die ersten Gäste kommen“.
Mühevoll rappelte sich die Sklavin auf. Im Bademantel stand ihre Herrin vor dem Bett und sah sie streng an.
„Hoch mit Dir“, herrschte sie Anna an, „wenn Du glaubst, Du hättest Dir irgendwelche Rechte erworben, dann hast Du Dich geschnitten. Komm her und dreh Dich um. Ich muss Deine Fesseln lösen“.
Folgsam stand Anna auf und drehte der Herrin den Rücken zu. Jenna entfernte das Vorhängeschloss von den Handfesseln.
„So“, sagte sie, „ab ins Bad mit Dir. Dein neuer Schmuck bleibt vorerst dran. Wenn Du fertiggeduscht hast, wirst Du in mein Ankleidezimmer kommen, das ist gleich hier gegenüber auf der anderen Seite des Flurs. Ich erwarte Dich in einer halben Stunde. Nackt und ungeschminkt. Los jetzt“.
Eilig setzte sich Anna in Bewegung. Sie hatte nicht vor, die Geduld ihrer Herrin auf die Probe zu stellen.

Jenna ging ebenfalls wieder ins Bad, sie hatte schon geduscht und hätte eigentlich gleich ins Ankleidezimmer gehen wollen, doch eine leichte Übelkeit hielt sie davon ab, und auch das Ziehen in ihrem Unterbauch war plötzlich wieder da. Das hatte gerade noch gefehlt. In knapp drei Stunden würden die Gäste eintreffen, da musste sie fit sein.
Es war ein so wundervoller Abend mit Anna gewesen. Jenna hatte etwas getan, was sie höchst selten tat. Sie hatte von sich aus etwas gegeben. Dieses Mal hatte sie nicht nur genommen. Sie hatte einzig und alleine an das Glück ihrer Sklavin gedacht und ihr ein großes Geschenk gemacht. Und es hatte sich gelohnt. Sie hatte es in Annas Augen gesehen. Und das war ihr Geschenk gewesen. Das größte und kostbarste Geschenk, das sie jemals erhalten hatte. Nichts hatte sie jemals so glücklich gemacht wie der dankbare Blick ihrer geliebten Sklavin, und darum hatte sie sich dazu hinreißen lassen, ihre Pläne zu ändern und Anna bei sich schlafen lassen. Am liebsten hätte Jenna ihr noch die Fesseln abgenommen, um in ihren Armen liegen zu können, doch darauf hatte sie verzichtet, wohlwissend, dass ihre Liebe auf der Beziehung zwischen Herrin und Sklavin basierte. Zu viel Nähe könnte ihr Verhältnis verändern und somit belasten. Und das wollte sie um jeden Preis verhindern. Jeder ihrer intimen Momente sollte neu und aufregend bleiben. Nichts wäre gefährlicher für ihre Liebe als eine aufkommende Routine.
Jenna nahm ein Aspirin. Schmerz und Übelkeit trübten die schöne Erinnerung, und sie hoffte, dass es schnell wieder vorbeigehen würde, so wie bisher. Doch diesmal hatte sie kein Glück. Die Übelkeit wuchs an, und plötzlich musste sie sich heftig übergeben.
Minutenlang hockte Jenna über der Kloschüssel. Dann ging es vorbei, so schnell wie es gekommen war.

Anna stellte fest, dass das Duschen mit den Stahlfesseln genauso wenig problematisch war wie mit dem Keuschheitsgürtel, den Mistress Jenna von Zeit zu Zeit komplett entfernte, um ihn einer Grundreinigung zu unterziehen. Aber sie würde die Dinger doch hoffentlich nicht permanent tragen müssen? Schließlich musste Arnold ja arbeiten gehen. Wie hätte er Christine und den Kollegen wohl das Halsband und die Schellen erklären sollen?

Jenna hatte sich wieder gefangen und war komplett angezogen, als Anna das Ankleidezimmer betrat. Zufrieden stand sie vor dem großen Spiegel. Sie hatte eine aufregende Kombination aus Latex, Leder und Satin gewählt. Ihre langen Beine steckten in einer hautengen schwarzen Latex-Leggins mit roten Streifen an den Außenseiten. Ein genauso roter Korsagen-Gürtel aus Leder umrahmte die unvermeidliche, verspielte weiße Bluse aus schwerem Satin. Die ebenfalls roten, knöchelhohen Schnürstiefel komplettierten das Outfit und ließen Jenna auf gefährlich hohen Absätzen daherkommen. Es war inzwischen längst kein Problem mehr für sie, auf High-Heels zu laufen. Im Gegenteil, sie bewegte sich mit traumwandlerischer Sicherheit darauf. Als hätte sie nie andere Schuhe getragen.
Prüfend nahm Jenna ihre Sklavin in Augenschein.
„Ich staune immer wieder, was für eine tolle Figur Du hast“, sagte sie, „die meisten Mädchen in Newport würden vor Neid erblassen, wenn sie Dich so sehen könnten. Und diese süßen kleinen Brüste…“.
Verschämt senkte Anna den Blick, als Jenna die Hände zart über ihre Knospen gleiten ließ.
„Du wirst Dich heute mit Ashley unterhalten müssen“, sagte die Göttin, „wenn sie weiter wachsen, brauchst Du spezielle Unterwäsche für die Arbeit, und niemand kennt sich besser damit aus als Ashley“.
„Verzeihung, Herrin“, sagte Anna, „wer ist Ashley?“.
„Oh, Du wirst sie kennenlernen“, sagte die Göttin, „Ashley ist eine wunderbare Frau, und fast so schön wie Du, nur etwas älter. Ihr werdet Euch sicher gut verstehen. Doch nun komm, es ist Zeit, Dein Outfit für den heutigen Tag anzulegen. Du wirst heute etwas ganz besonderes tragen“.
Jenna nahm Anna an die Hand und führte sie zum Schminktisch. Annas neues Outfit hing über der Stuhllehne.
„Zuerst Slip, BH und Strumpfgürtel“, sagte sie und reichte Anna die zarten, schwarzen, mit weißer  Spitze besetzten Dessous. Begeistert schlüpfte Anna hinein.
„Nun Strümpfe und Schuhe“, sagte die Herrin und holte eine frische Packung mit seidig glänzenden, dunklen Nylons hervor. Schwarze, halbhohe Pumps mit kleinen Fesselriemchen folgten, als Anna die Strümpfe hochgerollt hatte.
„Lass Dich ansehen“, sagte die Herrin und betrachtete wohlwollend ihre kleine Sklavin.
„Sehr schön“, sagte sie zufrieden, „aber jetzt kommt etwas, dass Du lieben wirst“.
Anna hatte es schon über dem Stuhl hängen sehen, und ihre Aufregung war bereits in eine leichte Erregung übergegangen, die heftig anstieg, als die Herrin es ihr in die Hände legte.
„Steig hinein“, forderte Jenna sie auf, und Anna ließ sich nicht zweimal bitten. Schon leicht zitternd stieg sie in das herrlich weiche schwarze Zofenkleid mit den weißen Spitzen an Kragen, Puffärmeln und Rocksaum. Eine weiße Servierschürze, ebenfalls mit zarten Spitzen komplettierte den wunderbaren Kontrast. Ein kleiner weißer Petticoat hielt den Rock in Form. Genüsslich strichen Annas Hände über den glatten Satinstoff, während ihre Herrin den Reißverschluss den Rücken hinaufgleiten ließ und in Annas Nacken mit einem kleinen Schloss sicherte.
„Damit Du es nicht so leicht wieder ausziehen kannst“, sagte Jenna, „ohne meine Erlaubnis“. Zu guter Letzt setzte sie Anna eine weiße Zofenhaube mit langen Satinbändern auf, die neckisch verspielt den Rücken hinabfielen.
Anna betrachtete sich im Spiegel. Überwältigt von ihren Gefühlen, sagte sie: „Oh, Herrin, d…das…ist…das ist wunderschön. Danke…ich…ich liebe Sie so sehr, Herrin. Ich liebe Sie von ganzem Herzen“.
„Ich weiß, meine kleine Sklavin“, sagte die Göttliche und streichelte zärtlich Annas Brüste, „und deshalb habe ich auch noch etwas für Dich“.
Ihre Hände glitten an Anna hinab, erreichten ihre Knöchel und komplettierten das Fesselset.
„Deine Hände dürfen heute frei bleiben“, sagte die Göttin, als sie die Fußfesseln mit einer kurzen Kette verband, „Du wirst sie brauchen, wenn Du den Gästen den Begrüßungsdrink bringst“.

Ab 09.30 Uhr ging es Schlag auf Schlag. Als erstes rückte der Party-Service an. Jessica Jetson war höchstpersönlich gekommen. Mit kurzen, knappen Worten und Gesten gab sie ihre Anweisungen, und flugs hatten ihre Mitarbeiter das von Kurt Jeffries Männern  am Vortag aufgeräumt und gereinigt hinterlassene Foyer in eine Party-Landschaft mit Tresen, Stehtischen und lockeren Sitzgruppen verwandelt. Jessica verstand ihr Geschäft. Innerhalb einer Stunde war alles aufgebaut und dekoriert. In loser Anordnung hatte sie Pflanzenkübel aufstellen lassen, und selbst die Wände waren mit hellen Tüchern abgehängt, die lose Kabel und den noch rohen Putz verdeckten. Aus versteckten Lautsprechern erklang leise Musik. Während die Aufbautruppe wieder abrückte, bereiteten zwei Service-Kräfte und ein Koch das Buffet und den Getränketresen vor.
Dann erschien auch schon der Musiker, ein Gitarrist und Sänger. Doc Brown hieß der gute Junge, obwohl er strohblond war. Fünfzig Jahre jung und eine Art Superstar aus der lokalen Blues-Szene.
Jessica wies ihm seinen Platz an der linken Wand zu, an dem er seine kleine Anlage aufbaute.

Anna ließ sich von den beiden Service-Damen das Prozedere mit den Begrüßungsdrinks erläutern. Die Mädels waren, mal abgesehen von der Kopfhaube und den Fesseln, ganz ähnlich gekleidet wie sie. Da kannte Jessica nichts. Ihre Leute waren immer dem Anlass entsprechend ausgestattet. Bizarre Party, bizarres Outfit. Nicht umsonst war ihr Party-Service der exklusivste und teuerste der Stadt.
Anna hatte ein bisschen üben müssen mit der Kette an den Füßen, hatte den Bogen aber schnell rausgehabt. Sie musste nur ein wenig tippeln, dann ging das ganz gut. Sie stellte ein paar Gläser mit Champagner auf ihr Tablett und tippelte zur Eingangstür, um die ersten Gäste zu erwarten.
Es waren Myra, Lucy und Tanya, die als erstes die kleine Treppe hinauf kamen.
„Hallo, Anna“, sagte Mistress Mira, „Du siehst wunderbar aus. Deine Herrin ist zu beneiden. Sie hat ein wunderschönes Mädchen aus Dir gemacht“.
Anna lief rot an, während sie artig einen Knicks machte. „Danke, Mistress Mira“, sagte sie und hielt den drei Frauen das Tablett entgegen, „Sie sehen aber auch alle sehr schön aus“.
Und das stimmte. Die drei Frauen hatten sich in aufregende Latexkleider gezwängt. Mira in sündigem Rot, Lucy in Schwarz und Tanya in Pink. Ihr Kleid reichte bis auf die Knöchel, während Mira und Lucy die kurze Variante gewählt hatten. Lucy hatte ihren langen, blonden Pferdeschwanz etwas seitlich gebunden, so dass er vorne über ihre rechte Brust fiel. Jennas Mutter war immer noch eine wahre Schönheit, auch wenn sie inzwischen die Fünfzig überschritten hatte.
„Du bist also Anna“, sagte sie mit wohlwollendem Lächeln, „ich habe schon viel von Dir gehört. Du sollst eine ganz besonders gute Sklavin sein. Ich bin übrigens Mrs. Johanssen, die Mutter Deiner Herrin“.
„Oh“, sagte Anna überrascht, „guten Tag, Mrs. Johanssen. Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen“.
„Hi, Anna“, sagte Tanya und nahm sich gleich zwei Gläser vom Tablett, „schön artig sein, sonst nehme ich Dich nachher als Model für die Performance“. Die drei Frauen lachten und gingen hinein ins Foyer, wo Jenna sie bereits erwartete. Sie hatte ihre Mutter lange nicht gesehen, und dementsprechend herzlich fiel die Begrüßung aus. Es gab viel zu erzählen, und so begaben sie sich zu viert zu einer der Sitzgruppen und begannen sofort aufgeregt zu schnattern, als auch schon die nächsten Gäste die kleine Treppe zum Eingang enterten.
Es waren Ivy und ein junger Mann, den sie an einer Art Hundeleine hinter sich her schleppte. Ihren Strubbelkopf schmückte eine lederne Schirmmütze mit Nieten. Dazu trug sie einen passenden Lederanzug und das unvermeidliche Stachelhalsband . Anna fragte sich, ob das ihr Freund war, den die junge Frau an der Leine hielt. Jedenfalls trug er nahezu das gleiche Outfit, allerdings ohne Mütze.
„Hallo“, fragte Ivy rundheraus, als sie einen Drink vom Tablett nahm, „wer bist Du denn?“.
„Guten Tag, Miss“, sagte Anna artig, „ich heiße Anna. Willkommen in Mistress Jennas Haus“.
„Mistress Jenna?“, fragte Ivy frech, „ah, dann bist Du wohl das neue Spielzeug, von dem die Lady erzählt hat. Glückwunsch, da könnte man glatt neidisch werden“.
„Nimmt der junge Herr keinen Drink?“, fragte Anna dienstbeflissen.
„Der junge Herr?“, amüsierte sich Ivy und lachte laut auf, „meinst Du den nutzlosen Rotzlöffel hinter mir? Nee, der hat gestern genug gesoffen. Auf geht´s Toyboy, mal sehen, wo hier die Wasserstelle ist“.
Jetzt wurde es hektisch. Kurz nacheinander fuhren vier Autos vor und beinahe gleichzeitig drängten die Leute zur Tür herein. Zwei Models, die gleich nach Tanya fragten, Der Langzeitgefangene Mr. Morgan nebst Begleitung, Kurt und Alice Jeffries, Lyndon und Beatrice, beide in Latex-Jumpsuits, und zum Schluss Ashley in einem langen Kleid aus weißem Satin. Ein herrliches, von kleinen Volants umspieltes Dekolletee betonte ihre schönen Brüste.
Während die anderen mit ihren Drinks direkt durchgegangen waren, blieb Ashley einen Moment stehen. Wortlos musterte sie Anna von Kopf bis Fuß. Betreten blickte diese zu Boden.
„Donnerwetter“, sagte Ashley schließlich, „Sie sind aber ein hübsches Mädchen. Sie gehören doch bestimmt nicht zu den Mitarbeiterinnen der Catering-Firma mit ihren hübschen kleinen Fesselchen“.
„Nein“, sagte Anna, nicht ohne Stolz, „ich gehöre Mistress Jenna“.
„Sie gehören…? Oh…“, staunte Ashley, „dann sind Sie wohl das besondere Mädchen, um das ich mich ein wenig kümmern soll. Ich bin Ashley, und wie heißen Sie?“.
„Sie sind Ashley?“, fragte Anna erfreut, „herzlich Willkommen Mrs. Ashley, ich bin Anna“.
„Anna, soso“, Ashley hielt Anna die ausgestreckte Hand hin, „sehr erfreut“.
„Verzeihung, Mrs. Ashley“, sagte Anna, „das Tablett. Ich kann Ihnen nicht die Hand geben“.
„Ach so, haha, ja“, lachte Ashley, „natürlich, Liebste. Wie dumm von mir. Wie ich sehe, ist das Tablett an Ihre süßen Händchen gekettet. Sie sind eine Sklavin, was? Wie niedlich. Und lassen Sie mal das blöde Mrs. weg. Nennen Sie mich einfach Ashley. Wie lange müssen Sie denn hier noch stehen?“.
„Bis alle Gäste da sind“, sagte Anna, „dann darf ich das Tablett abnehmen“.
„Kommen denn noch viele?“, wollte Ashley wissen.
„Soviel ich weiß, fehlen noch drei Paare“, sagte Anna, „zwei…ähm…Kolleginnen von Mistress Mira, und eine gewisse Lady Denise, jeweils mit ihren Partnern“.
„Na, das kann ja nicht mehr lange dauern“, sagte Ashley, „wir sehen uns dann nachher“.
Ashley wandte sich zum Gehen. Unvermittelt blieb sie wieder stehen und drehte sich noch einmal um.
„Sagen Sie“, flüsterte sie Anna zu, „sind Sie nun eigentlich ein Mann oder eine Frau?“.
Ein schöneres Kompliment hätte Anna nicht bekommen können. Die erfahrene Ashley war sich tatsächlich nicht sicher.
„Eine Frau natürlich“, sagte sie stolz, „genau wie Sie“.

Und da kamen auch schon die nächsten beiden Frauen die Stufen herauf. Die erste trug ein kurzes, schwarzes Cocktailkleid mit schräggeschnittenem Rock, aus dem lange Beine hervorragten, die auf goldenen High-Heels standen. Die Frau war genauso schön wie Ashley. Nichts deutete darauf hin, dass sie ein Crossdresser war. Bei der anderen, größeren, war das schon auffälliger. Sie war etwas fülliger und konnte, obwohl perfekt gestylt, nicht die typisch männlichen Gesichtsmerkmale verbergen.
„Hallo, junge Frau“, sagte die erste, und Anna erkannte ihr wahres Geschlecht an der Stimme, „ich bin Lady Denise, und das hier ist Miss Deva. Sind wir etwa die Letzten?“.
„Nein, Lady Denise“, sagte Anna, „zwei Paare werden noch erwartet. Willkommen im Haus meiner Herrin“.
„Sieh an, sieh an“, sagte Lady Denise, „Deiner Herrin, was? Na, dann wollen wir mal sehen, was für ein Haus das hier ist. Vorwärts Miss Deva. Da drinnen ist die Party“.

Kurz darauf erschienen auch Miras Kolleginnen mit ihren Begleitern. Einer davon war Mr. Doggy, der auch stilgerecht an der Leine geführt wurde.
Nachdem Anna die Damen und Herren mit Champagner versorgt hatte, konnte sie sich endlich des Tabletts entledigen, indem sie die Karabinerhaken löste, und sich unter das laut schnatternde Volk mischen.
Die beiden Servicemädels hatten alle Hände voll zu tun, die durstige Meute mit Nachschub zu versorgen. Anna gesellte sich zu Ashley und Lady Denise, die sich angeregt unterhielten.

„Hallo, Leute“, klang es aus den Lautsprechern des Musikers, „darf ich um Eure Aufmerksamkeit bitten?“. Augenblicklich verstummte das Geplauder der Gäste. Die Hausherrin hatte das Mikrofon ergriffen.
„Schön, dass Ihr alle da seid“, sagte Jenna, „ich freue mich, Euch zur Einweihung meines neuen Heims begrüßen zu dürfen. Keine Angst. Ich will Euch nicht mit einer langen Rede auf die Nerven gehen, nur ein paar Worte zum Ablauf. Erstens: Das Buffet wird in wenigen Minuten eröffnet…“.
Tosender Applaus.
„…Mrs. Jetson hat wie immer ganze Arbeit geleistet, um uns eine schöne Party zu bereiten. Danke Jessica“.
Anerkennende Rufe. Jessica nickte zufrieden.
„Zweitens“, fuhr Jenna fort, „nach dem Essen werdet Ihr Gelegenheit bekommen, Euch hier etwas umzusehen. Das Haus hält einige Überraschungen bereit, und meine Freundin Tanya wird im Keller eine Vorführung Ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten darbieten. Die beiden Models tun mir jetzt schon leid“.
Amüsiertes Gelächter.
„Danach könnt Ihr Euch nach Herzenslust austoben, ein bisschen spielen, Euch volllaufenlassen, unterhalten, oder einfach nur der Musik unseres großartigen Doc Brown lauschen, der sich extra für Euch die Zeit für ein außerplanmäßiges Konzert genommen hat“.
Applaus.
„Genug geredet. Ran an den Speck. Das Buffet ist eröffnet. Guten Appetit“.
„Yeah“, grölte die hungrige Gesellschaft und griff zu den Tellern.

„Wo ist eigentlich Joe?“, fragte Jenna ihre Mutter, während sie sich die köstlichen Leckereien zu Gemüte führten.
„Der kommt etwas später“, antwortete Lucy, „er wollte noch jemanden besuchen“.

„Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?“, fragte Harry Milford den jungen Mann auf der anderen Seite der Panzerglasscheibe durch den Hörer der Gegensprechanlage.
„Ich weiß auch nicht recht“, sagte der, „ich wollte Sie einfach nur kennenlernen“.
„Kennenlernen? Einfach so?“, verständnislos schüttelte Harry den Kopf, „was soll die Scheiße, sind Sie bescheuert?“. Am liebsten hätte er sofort nach der Wache gerufen, um wieder in seine Zelle gebracht zu werden, aber er bekam sonst nie Besuch, außer von seinem Anwalt. Familienangehörige hatte er nicht, die ihn besuchen konnten. Harry war als Einzelkind aufgewachsen, unter nicht gerade berauschenden Verhältnissen. Früh hatte er lernen müssen, sich auf der Straße durchzusetzen, was ihm auch gelungen war. Das hatte er nicht nur dem Einsatz seiner Fäuste und Ellenbögen zu verdanken. Vielmehr war Harry einfach schlauer gewesen als die Jungs von der Straße.
Das hatten auch seine Lehrer an der Grundschule bemerkt und sich dafür eingesetzt, dass Harry eine vernünftige Schulbildung bekommen konnte, was für Ghettokinder ganz und gar nicht selbstverständlich war. Seine Eltern waren früh gestorben, und Harry hatte sich mit verschiedenen Pflegefamilien rumplagen müssen, bevor er sich mit achtzehn auf eigene Füße gestellt hatte.
Doch so intelligent er war, so egoistisch war er auch. Harry war alles andere als ein Menschenfreund, und nichts interessierte ihn mehr als sein eigener Vorteil. Immerhin hatte er es auf diese Weise zu einem kleinen Vermögen gebracht, das jetzt ungenutzt auf irgendeinem verfluchten Bankkonto vor sich hin gammelte. Hier im Knast hatte er gar nichts davon, und neues würde die nächsten sechs Jahre auch nicht dazukommen.
Harry war also ganz alleine. Und nun saß ihm da so ein junger Furz gegenüber und wollte ihn kennenlernen. Einfach so. Bullshit, dachte Harry, so etwas gibt´s doch gar nicht. Bestimmt war der Kerl von irgend so einer beschissenen Resozialisierungseinrichtung hierhergeschickt worden, um ihm irgendwelche gequirlte Scheiße ins Hirn zu trichtern.
Na schön, bevor er sich weiter in seiner Zelle langweilte, konnte er sich ja mal anhören, was der Knabe zu sagen hatte.
„Also los, Junge“, sagte er, „raus mit der Sprache. Was haben Sie mit mir zu tun?“.
„Ich wollte meinen Vater kennenlernen“, sagte Joe, „ich wollte sehen, ob das wirklich so ein Arschloch ist, wie alle sagen“.
„Ja und?“, fragte Harry verwirrt, „was kann ich dabei tun? Sitzt der auch hier?“.
„Ja“, sagte Joe.
„Und warum sprechen Sie dann nicht gleich direkt mit ihm?“.
„Das tue ich gerade“, sagte Joe mit bebender Stimme.
„Was…?“. So langsam dämmerte Harry, worauf der Junge hinaus wollte.
„Was soll das denn heißen?“, brüllte er durch den Hörer, „ich habe keine Kinder“.
„Doch, das haben Sie“, brüllte Joe zurück, „ich bin Ihr Sohn“.
Harry sah sich um. Die anderen Gefangenen an den Glasscheiben machten schon lange Hälse, und auch die Wachen sahen schon zu ihm herüber. Ärger hatte er schon genug, davon konnte er nicht noch mehr gebrauchen.
„Ganz ruhig, Junge“, sagte er leise, „also, was soll der Quatsch. Wie kannst Du denn mein Sohn sein, hä? Ich habe ja nicht mal eine Frau gehabt“.
„Doch, das haben Sie“, ereiferte sich Joe, „vergewaltigt haben Sie sie. Rücksichtslos und brutal“.
Das Gespräch verlief nicht nach Harrys Geschmack. So langsam wurde er sauer. Er konnte sich nicht erinnern, jemals…oder doch? War da nicht…?
„Moment mal“, sagte er, „Du meinst doch nicht etwa diese Schlampe, die sich damals selbst in Ketten gelegt hatte? Auf meiner Baustelle?“.
„Das ist keine Schlampe“, schrie Joe in den Hörer, „die Leute haben Recht. Sie sind ein Arschloch. Ich hasse Sie“.
Er warf den Hörer hin und rannte fluchtartig davon.
„Hey, Junge“, schrie Harry hinterher, „bleib hier…Scheiße…ich…“. Doch Joe war schon weg. Harry trommelte mit den Fäusten an die Glasscheibe. Sofort waren die Wachen bei ihm und schleiften ihn aus dem Raum.
„Lasst mich“, brüllte er, „das war mein Sohn. Ich will mit meinem Sohn sprechen“.
Dann fing der harte Harry Milton an zu weinen wie ein Kind. Er hatte nicht einmal den Namen des Jungen erfahren.

Joe war schockiert. Eine halbe Stunde saß er in Lucys Geländewagen und dachte über das Erlebte nach. Er hatte gehofft, etwas Menschlichkeit in dem Mann zu entdecken, der sein Vater sein sollte.
Doch was hatte er vorgefunden? Einen gefühlskalten, vulgären Mann, der Joes Mutter eine Schlampe nannte. Vom ersten Moment an war ihm der Mann unsympathisch gewesen, herablassend und voller Verachtung. Eigentlich hatte Joe die Stunde, die ihm für den Besuch zur Verfügung gestanden hatte, nutzen wollen, um mehr über den Mann zu erfahren. Doch die wenigen Sätze, die er mit Harry Milfort gewechselt hatte, hatten ihm genug gesagt. Angewidert und den Tränen nahe war Joe geflüchtet.
Was hatte er erwartet? Einen liebevollen Vater, der sich besorgt nach dem Wohlergehen seines Sohnes erkundigte, von dem er noch nicht einmal wusste, dass es ihn gab? Reue für eine Tat, die er längst vergessen hatte? Sicher nicht. Aber wenigstens etwas Menschlichkeit. Etwas, was Joe hätte glauben lassen können, nicht das Monster zum Vater zu haben, das alle in ihm sahen.
Joe war aus allen Wolken gefallen, als er vor ein paar Wochen zufällig Lucys Telefonat mit seiner Mutter mitgehört hatte.
Er hatte gar nicht lauschen wollen. Er war von den Pferdeställen zum Haus gegangen, um den Tierarzt anzurufen. Eines der Pferde hatte gelahmt.
Als er das Büro hatte betreten wollen, war sein Name gefallen, und Joe war an der Tür stehengeblieben und hatte etwas genauer hingehört und alles mitbekommen.
Da hatte Lucy keine Wahl mehr gehabt und alles erzählen müssen.
Nun hatte Joe den Kerl also kennengelernt. Wochenlang hatte er mit sich gerungen, ob er einen Besuch wagen sollte und sich schließlich dafür entschieden. Und dann war nach ein paar Minuten alles vorbei gewesen.
Hätte er etwas mehr Geduld gehabt, hätte er Harrys versteckte Seite erleben können.
Doch als die schlummernden Emotionen aus dem verbitterten Mann herausgebrochen waren, war Joe schon nicht mehr da gewesen.
Offensichtlich war Joe genauso ungeduldig wie sein Vater. Und so war eine große Chance vertan.

Wie ein Häuflein Elend saß Harry im Bunker. Die Mistkerle von Wachen hatten ihn nach seinem Ausbruch mal wieder in die Beruhigungszelle gesteckt. Dabei war es zum ersten Mal kein Wutausbruch gewesen, sondern die Freisetzung nie geahnter Emotionen. Die Tatsache, womöglich soeben sein eigen Fleisch und Blut vertrieben zu haben, hatte eine Seite in ihm geweckt, von der er bis dahin nichts gewusst hatte. Erst als der Junge abgehauen war, hatte Harry plötzlich begriffen, dass es etwas anderes gab, als immer nur an sich selbst zu denken. Hätte er doch nur schon eher von ihm gewusst. Vielleicht wäre sein Leben doch noch auf eine andere Bahn geraten.
Harry musste unbedingt herausfinden, wer der Junge war. Und das würde er auch. Schließlich hatte der den Besuch beantragen müssen. Und das ging nur unter Angaben zur Person.

„Das ist ja ein herrlicher Ausblick“, sagte Beatrice James anerkennend, „und überhaupt ein tolles Wohnzimmer“.
„Im Moment“, bestätigte Jenna, „jetzt, wo der Nebel sich verzogen hat. Am frühen Vormittag sieht das anders aus“. Die Frau ihres Assistenten war ihr sofort sympathisch gewesen, als Lyndon sie einander vorgestellt hatte. Von der Frau ging eine angenehme Natürlichkeit aus, obwohl sie auch eine gewisse Dominanz ausstrahlte. Es war keine Frage, wer in ihrer Ehe der bestimmende Part war.
„Setzen wir uns doch einen Moment“, sagte Jenna und zeigte einladend auf die gemütliche Sitzecke, „ich würde gerne ein wenig mit Ihnen plaudern, solange die Meute noch mit Essen und Trinken beschäftigt ist“.
„Gerne“, sagte Beatrice, „es wird ja auch Zeit, dass ich Lyndons Chefin mal etwas unter die Lupe nehme. Er redet ja ständig von Ihnen“.
Jenna lachte herzlich. „Tut er das?“, fragte sie, „hoffentlich ist auch Positives dabei“.
„Ausnahmslos“, sagte Beatrice und nahm einen Schluck von ihrem Champagner, „sagen Sie, wieso sieht und hört man in der Fetisch-Szene eigentlich gar nichts von Ihnen? Wenn ich mir das hier so ansehe, scheinen Sie sich doch ganz aktiv mit BDSM zu beschäftigen“.
„Ich bin ziemlich bekannt in Newport“, sagte Jenna, „es ist besser für mich, nicht in der öffentlichen Szene zu erscheinen. Ich bewege mich in Kreisen, die nur bestimmten, ausgewählten Menschen zugänglich sind, und auch dort zum Teil nur inkognito. Einige wenige meiner, ähm, Spielpartner kennen inzwischen mein Gesicht und meinen richtigen Namen. Die sind heute auch hier. Für alle anderen bin ich eine andere Person“.
„Und ausgerechnet uns gewähren Sie Einblick in Ihre Welt?“, staunte Beatrice, „was lässt Sie denken, dass wir dieses exklusiven Kreises würdig sind?“.
„Nun“, sagte Jenna, „Sie sind ein Paar, das von Anfang an Ihre gemeinsame Neigung ausgelebt hat, und Lyndon ist ein so loyaler und diskreter Mitarbeiter, wie ich ihn wohl nicht wieder finden würde.
Ich habe ihm angesehen, wie glücklich er war, dass Sie eine neue Wohnung beziehen und sich wieder mehr Ihrer Leidenschaft widmen konnten. Und ich möchte Ihnen anbieten, gelegentlich die Möglichkeiten  und die Ausstattung dieses Hauses zu nutzen, wenn es Ihre Zeit erlaubt und Ihnen einmal der Sinn nach einem Tapetenwechsel steht“.
„Wirklich?“, fragte Beatrice skeptisch, „und was hätten Sie davon?“.
„Die ehrliche Freude, meinem Geschäftspartner und seiner Frau die Möglichkeit zu bieten, sich in stilvollem Studioambiente auszutoben, ohne dass es mit hohen Kosten verbunden ist“.
„Geschäftspartner?“. Beatrice sah Jenna verständnislos an. Lyndon hob die Augenbrauen.
„Wenn Sie beide nichts dagegen haben“, sagte Jenna, „würde ich Lyndon gerne  eine Teilhaberschaft an der Firma anbieten. Es gibt viel zu tun, und Lyndon leistet großartige Arbeit. Der Laden läuft fantastisch, seit er da ist“.
„Ist das Ihr Ernst?“, fragte Lyndon ungläubig, „Sie bieten mir eine Teilhaberschaft an?“.
„Ja, das ist mein Ernst“, sagte Jenna, „natürlich nicht gleich eine volle. Die Kontrolle bleibt natürlich bei mir. Wie wäre es mit fünfundzwanzig Prozent?“.
„Das…das wäre ja fantastisch“, begeisterte sich Lyndon, „das kann ich gar nicht annehmen“.
„Doch, das kannst Du“, beeilte sich Beatrice zu sagen, „so langsam verstehe ich, warum Lyndon so von Ihnen schwärmt. Ich hoffe nicht, dass Sie das…, was Lyndon betrifft…“.
„Keine Angst“, unterbrach Jenna sie, „ich stehe nicht auf Männer. Ich habe jemanden, den ich liebe. Sie haben sie schon kennengelernt. Sie hat sie begrüßt“.
„Oh“, sagte Beatrice, „ich verstehe. Sie leben das wirklich aus. Das hätte ich nicht gedacht“.
„Sehen Sie?“, sagte Jenna lächelnd, „und nun wissen Sie auch, wieso ich Ihnen vertraue. Als Partner wollen Sie doch sicher nicht das Geschäft in Gefahr bringen, oder?“.
„Ganz sicher nicht“, sagte Beatrice ehrlich, „ich danke Ihnen, Miss Carson. Sie haben mich wirklich überrascht“.
„Jenna“, sagte die Hausherrin, „ich heiße Jenna. Willkommen in meiner Welt. Ich glaube, wir sollten wieder hinuntergehen und uns den wirklich interessanten Einrichtungen dieses Hauses widmen. Ich würde Ihnen gerne den Keller zeigen“.
„Okay, Jenna“, sagte Beatrice, „ich bin sehr gespannt“.

„Sieh an, sieh an“, sagte Lady Denise, „da ist ja unsere kleine Sklavin vom Empfang. Wie heißt Du eigentlich, meine Süße?“.
„Das ist Anna“, sagte Ashley, „und Miss Divine war der Meinung, ich solle mich ein wenig um sie kümmern“.
„Tatsächlich?“, sagte Lady Denise, „lass Dich doch mal etwas genauer anschauen. Hm, Du bist ja ein richtig hübsches Ding. So etwas wie Dich hätte ich auch gerne zur Sklavin“.
Das gefiel Miss Deva gar nicht. Entrüstet blickte sie zu ihrer Freundin auf.
„Man wird doch wohl noch ein bisschen flirten dürfen“, sagte Lady Denise, die das bemerkt hatte, „die gute Miss Deva ist immer schnell eifersüchtig, Kleines. Ich glaube, ich muss ihr heute Abend mal wieder eine kleine Lektion erteilen“.
Das hörte Miss Deva schon lieber. Demütig senkte sie den Blick wieder.
„Vielen Dank, Lady Denise“, sagte Anna, „aber ich habe schon eine Herrin“.
„Haha“, lachte Lady Denise, „und als Solche hat sie auch das Recht, Dich zu verleihen. Wusstest Du das nicht?“.
„Das wird sie niemals tun“, ereiferte sich Anna. Das Gespräch begann, ihr unangenehm zu werden. Stimmte das wirklich? Könnte so etwas passieren? Bei Mistress Jenna war ja nichts unmöglich. Aber das?
„Keine Sorge, Darling“, sagte Lady Denise, „das wird Miss Divine sicher nicht tun. Aber sie könnte“.
„Komm, Herzchen“, sagte Ashley und hakte sich bei Anna ein, „wir schauen uns mal ein bisschen um. Wo findet denn die Performance statt?“.
„Im Keller“, sagte Anna, froh, den Fängen der Lady zu entrinnen, „aber ich weiß nicht, wann es losgeht, und gesehen habe ich den Keller auch noch nicht“.
„Na schön“, sagte Ashley, „dann holen wir uns eben noch schnell einen Champagner. Warum wollte Deine Herrin denn eigentlich so dringend, dass ich mich um Dich kümmere?“.
„Ich glaube, es ging um spezielle Unterwäsche für den Alltag“, antwortete Anna, „wenn ich nicht ich bin“.
„Ah, verstehe“, lachte Ashley herzlich, „ja, da bist Du bei mir allerdings genau richtig. Dann werde ich Dir mal ein paar Tipps geben“.
Doch das musste noch etwas warten, denn in diesem Moment kam die Hausherrin die Treppe herab und bat die Gäste in den Keller.
„Kommt alle mit, meine Lieben“, sagte Jenna, „jetzt kommen wir zum interessanten Teil der Party“.

Tanya hatte alles vorbereitet. Ein schwerer schwarzer Samtvorhang teilte das Studio. Jenna und Kurt hatten an alles gedacht und eine Spielwiese geschaffen, die ihresgleichen suchte. Der Raum war riesig und füllte fast den gesamten Grundriss des Hauses aus, wenn man einmal von dem Bereich mit den Zellen absah, der sich hinter einer geheimen Tür verbarg, von der weder Tanya, noch sonst irgendjemand etwas wusste. Nicht einmal Mira oder Lucy hatten eine Ahnung von dem unterirdischen Gefängnis. Und Anna schon gar nicht. Nur Jenna, Kurt und drei seiner verschwiegensten Leute waren über diesen Bereich und seiner Funktion, insbesondere der elektronischen Einrichtung, im Bilde, und er würde auch heute dem neugierigen Publikum verborgen bleiben.
Das strebte erwartungsvoll der Tiefe des Kellers entgegen, und so mancher der High-Heels-Trägerinnen drohte das Straucheln, während sie die steilen, steinernen Stufen hinabkletterten.
Tanya sah sich noch einmal in dem abgetrennten Drittel um, das ihr für ihre Vorführung zur Verfügung stand. Alleine hier war nahezu alles zu finden, was das SM-Herz begehrte.
Der ganze Raum war mit einem blutroten Teppichboden ausgelegt, die Decke in der gleichen Farbe gestrichen. An den Wänden wechselte sich das Rot mit Schwarz und Weiß ab, so dass die zahlreichen Strahler ein unwirkliches, aber effektives Licht erzeugen konnten. Alle Möbel, wie Strafbock, Streckbank, Sklavenstuhl und Fixierbank waren schwarz und mit rotem Leder bezogen. An der Decke waren zwei Flaschenzüge angebracht, von denen starke Ketten mit Karabinerhaken herabhingen.
Links und rechts an den Wänden standen zwei hohe aber enge, sehr stabile Käfige, in denen die mit Handschellen gefesselten Models splitternackt auf ihren Einsatz warteten.
Tanya setzte sich auf den großen, mit goldenen Applikationen verzierten Thron, der auf einer Empore an der Stirnwand stand, und mit königlich anmutendem Kunstfell in Hermelinoptik überzogen war.
Zwei helle Spots beleuchteten die Szene unter den Flaschenzügen.
Tanya sortierte die zahlreichen Seile, die sie mitgebracht hatte, und breitete sie auf dem Fell aus, das bis über die Stufen der Empore in den Raum hineinfloss.
Es war angerichtet. Jetzt musste sie nur noch auf das Zeichen warten.

Langsam füllte sich der Raum vor dem Vorhang. Beeindruckt von der Atmosphäre sahen sich die Gäste um.
Jede Menge Spielzeug hing an den Wänden neben der Eingangstür. Vier verschiedene Käfige zierten die Ecken, zwei Andreaskreuze die Seitenwände, in denen diverse Fixierungsmöglichkeiten eingelassen waren. Neben den Kreuzen waren Buchten in die Wände geschlagen, in denen es links eine eiserne Jungfrau, und rechts einen Pranger gab. Die Wände der Buchten waren genauso verspiegelt wie die gesamte Decke des Raumes, dessen Mitte von einem großen Vakuumbett ausgefüllt wurde.
Begeistert strich Mira mit den Händen über die verschiedenen Peitschen, Klatschen und Gerten. Und auch Lucy konnte sich an dem Angebot an Schlagwerkzeugen, Fesseln, Masken und Knebeln nicht sattsehen.
Ein solches Arsenal hatte sie in ihrer Zeit nicht zur Verfügung gehabt. Da hatten es einfachere Mittel tun müssen.
Auch die anderen Gäste ergötzten sich an den Möglichkeiten und dem Ambiente der Spielwiese und diskutierten angeregt über die Vorzüge der verschiedenen Einrichtungsgegenstände.
Lyndon und Beatrice kriegten den Mund gar nicht mehr zu. So etwas war selbst für sie, die alle Lokalitäten der Szene kannten, etwas völlig neues.
Die Konzentration der Gäste richtete sich auf den großen, schwarzen Samtvorhang, als aus unsichtbaren Lautsprechern der Gefangenenchor aus Nabucco ertönte.
„Ladies and Gentlemen“, erklang Jennas Stimme über den ersten leisen Tönen des wunderschönen Liedes, „begrüßen Sie die unvergleichliche Mistress Tanya“.
Dann ging der Vorhang auf.

Applaus brandete auf, als sich die Szenerie dem Publikum offenbarte. Langsam erhob sich Tanya von dem Thron und ging zu dem Käfig auf der linken Seite, schloss ihn auf und führte das  Model in die Mitte unter die Flaschenzüge. Langsam, für alle gut zu verfolgen, begann sie ihr Werk und hüllte das Model in einen dichten Kokon aus Seilen, angefangen bei den Füßen, bis hinauf zum Hals. Erst zum Schluss legte Tanya dem Model einen Ballknebel an und stülpte ihm eine schwarze Nylonhaube über den Kopf, die sie mit Tape am Hals ihres Opfers versiegelte.
Das Publikum war sehr angetan von der Darbietung und sparte nicht mit Applaus und anerkennenden Zwischenrufen. Doch Tanya war noch nicht fertig. Sie stellte sich hinter das bewegungsunfähige Model, zog es zu sich heran und ließ es langsam zu Boden gleiten.

Jessica sah sich das Ganze mit gemischten Gefühlen an. Sie war ja eigentlich nicht der SM-Typ, und eine solche Party mit all den bizarren Gästen hatte sie auch noch nicht betreut. Umso erstaunter war sie über sich selbst, als sie bemerkte, dass ihr Tanyas Vorstellung zu gefallen begann. Es erregte sie regelrecht, und als die Domina den ersten Flaschenzug in die Seile an den Füßen des Models einhakte und es emporzog bis es kopfüber mitten im Raum baumelte, ging es Jessica durch und durch, und sie musste unwillkürlich die Schenkel zusammenpressen.
Das kann nicht sein, dachte sie, ich muss hier weg. Doch sie blieb. Fasziniert beobachtete sie das weitere Geschehen. Jessica Jetson, die coole, vernünftige, bislang völlig normal geartete Geschäftsfrau konnte ihre Augen nicht mehr abwenden. Sie war selbst gefesselt. Gefesselt von dem Anblick der hilflos in den Seilen hängenden jungen Frau mit der Haube über dem leicht pendelnden Kopf. Jessica spürte direkt die Enge der Seile auf ihrer eigenen Haut, und sie begann, das verwirrende Gefühl, das über sie gekommen war, zu genießen.
Nicht im Traum hätte sie geglaubt, dass so etwas Abartiges ihr Vergnügen bereiten könnte. Sie hatte sich immer für völlig normal gehalten und solche Dinge als pervers empfunden.
Allerdings, mit normalem Sex hatte Jessica auch nicht gerade die ganz großen Erfahrungen gemacht. Zwei mehr oder weniger missratene Versuche mit jungen Kommilitonen aus ihrer Studienzeit waren so ziemlich alles gewesen, was sie in Sachen Sex erlebt hatte. Empfunden hatte Jessica dabei so gut wie gar nichts. Und schon gar nicht ein solches Verlangen, wie es jetzt in ihr anwuchs und sich mehr und mehr ausweitete.

Tanya hatte mittlerweile das zweite Model aus dem Käfig befreit und begann, es mit Tape zu umwickeln und in eine Mumie zu verwandeln. Vom ersten Model war inzwischen deutlich hörbares Stöhnen zu vernehmen. Anscheinend ging´s aber noch, denn die Dame pendelte, ohne zu zappeln, ruhig hin und her.
Schließlich war auch das zweite Opfer versandfertig verpackt und hing nun am zweiten Flaschenzug neben ihrer Leidensgenossin.
Begeistert klatschte das Publikum Beifall, als Tanya die beiden Models letztendlich wieder herabließ und von den Fesseln befreite.
Jessica klatschte noch, als der Vorhang längst wieder zugezogen war. Sie war jetzt Mitte Dreißig. Da kann man mal sehen, dachte sie, es ist anscheinend nie zu spät etwas Neues zu entdecken. Jahrelang hatte sie ihr ganzes Leben der Karriere gewidmet und mit akribischer Arbeit den Party-Service zu dem gemacht, was er jetzt war. Das musste sich unbedingt ändern. Jessica musste dringend das Gespräch mit der Hausherrin suchen.

Während einige der Gäste noch eine Weile im Keller blieben, um die Spielwiese genauer in Augenschein zu nehmen, standen oder saßen die anderen in lockerer Runde im Foyer, tranken Champagner und lauschten den Klängen des ausgezeichnet aufgelegten Doc Brown, der schon bald ins Schwitzen geriet und nach jedem zweiten Song frisches Bier orderte.
Jessica suchte nach der Hausherrin, konnte sie aber nirgends entdecken. Auch Lucy und Mira hatten Jenna seit dem Ende der Performance im Keller nicht mehr gesehen. Nur der aufmerksamen Anna, die sich angeregt mit Ashley unterhielt, war nicht entgangen, dass ihre Herrin die Treppe hinaufgegangen war. Das war jetzt schon eine halbe Stunde her gewesen, und langsam wurde Anna unruhig und hörte Ashley nur noch mit halbem Ohr zu. Immer wieder ging ihr Blick zur Treppe.
Intuitiv ahnte Anna, dass etwas nicht stimmte, und darum bat sie Ashley, sie nach oben zu begleiten und sie beim Treppensteigen mit ihren immer noch gefesselten Füßen zu stützen.
„Was ist denn los, mein Kind?“, wollte Ashley wissen, „Du bist ja plötzlich so nervös. Ist etwas nicht in Ordnung mit Dir?“.
„Ich weiß nicht“, sagte Anna besorgt, „mit mir schon. Aber meine Herrin ist seit einer halben Stunde oben, und ich mache mir große Sorgen um sie“.
„Warum denn das?“, fragte Ashley verwundert, „Miss Carson wird sich einen Moment zurückgezogen haben, nach all dem Trubel hier unten“.
„Das glaube ich nicht“, sagte Anna, „bitte kommen Sie schnell. Ich muss unbedingt nachsehen“.
„Na schön“, sagte Ashley mit einem Achselzucken, „wenn es Dich beruhigt, dann komm ich mit. Wirst sehen, es hat alles seine Ordnung“.
Doch das konnte Anna nicht beruhigen. So schnell es ging, tippelte sie zur Treppe und wäre beinahe der Länge nach hingefallen, wenn Ashley sie nicht aufgefangen hätte.
„Langsam, langsam“, warnte Ashley die hektische Sklavin, „nachher müssen wir noch einen Rettungswagen herbeirufen. Das wollen wir doch nicht, oder?“.
„Wer weiß“, sagte Anna und krabbelte auf allen Vieren die Treppe hinauf, „ob das nicht schon längst notwendig ist“.
Das Wohnzimmer war leer. Jenna war nirgends zu sehen.
„Wo ist sie denn?“, fragte Ashley, „bist Du sicher, dass sie nach oben gegangen ist?“.
„Ganz sicher“, sagte Anna nervös und tippelte zum Schlafzimmer, „und ich weiß ganz genau, dass sie nicht wieder runtergegangen ist“.

Joe stellte den Wagen ab und ging zum Haus, aus dem ihm fröhlicher Lärm und Musik entgegenschallte. Heute war nicht sein Tag. Im Gefängnis war alles schiefgelaufen, und den größten Teil der Party hatte er auch verpasst. Trotz seines alltäglichen Outfits fiel er in der feierwütigen Meute nicht sonderlich auf. Die Party war anscheinend gerade auf dem Höhepunkt. Bier und Champagner flossen in Strömen, und das bunte Volk amüsierte sich offenbar köstlich. Einige tanzten sogar zu den heißen Grooves des Musikers, der inzwischen mächtig schwitzend in die Saiten griff und sich die Seele aus dem Leib sang.
In einer Sitzgruppe an der rechten Wand entdeckte Joe seine Mutter mit Lucy, Tanya und den Models.
„Joe“, rief Lucy, schon leicht angeschickert, „da bist Du ja. Komm her, mein Junge. Hier warten schon ein paar nette Ladies auf Dich“. Janet und Belle, die beiden Models, kicherten belustigt vor sich hin. „Ja, komm her“, sagte Belle, „Du bist ja ein süßer Junge, und so brav angezogen. Was bist Du denn für einer?“.
„Das ist mein Sohn“, sagte Mira stolz.
„Meiner irgendwie auch“, lallte Lucy und alle lachten. Bis auf Joe. Ihm war nicht nach Fröhlichkeit zumute.
„Du bist aber früh“, sagte Mira, als Joe Platz genommen hatte, „ich hatte erst in einer Stunde mit Dir gerechnet. Wie ist es denn gelaufen?“.
„Vergesst es“, sagte Joe abwinkend, „Ihr habt alle Recht gehabt. Der Mistkerl ist ein Monster. Ich wünschte, er wäre tot“.
„Nanana“, schimpfte Belle, die offenbar Gefallen an dem jungen Mann gefunden hatte und schon mal etwas näher heranrückte, „so was wünscht man niemandem. Von wem sprecht Ihr überhaupt“.
„Kennst Du nicht“, sagte Mira, „völlig unwichtige Person“.
„Na dann sollten wir uns mal erfreulicheren Themen widmen“, schmachtete Belle und sah dem leicht verschüchterten Joe tief in die Augen, „da hast Du ja ein richtiges Schnuckelchen auf die Welt gebracht, Mira. Wieso kennen wir den Kleinen denn noch gar nicht?“.
„Er versteckt sich auf Lucys Farm“, lachte Mira, „damit er vor Nymphomaninnen wie Du es bist sicher ist“.
„Nymphomanin?“, entrüstete sich Belle, „das ist ja wohl die Höhe. Ich mag nun mal so süße Jungs wie diesen hier. Sag mal, Joe…hattest Du schon mal Sex mit einem Bondagemodel?“.
„Äh…“. Joe lief puterrot an.
„Da haben wir´s“, sagte Mira, „eine Nymphomanin“.
„Schaut doch mal, wie süß rot er wird“, freute sich Belle, „bist ein wenig schüchtern, was? Hach, ich liebe schüchterne Jungs. Was ist, Joe? Wollen wir nicht in den Keller gehen und ein bisschen spielen?“.
„Vorsicht, Joe“, mischte sich Tanya ein, „Belle spielt gefährliche Spiele“.
„Warum nicht?“, sagte Joe, der sich wieder etwas gefangen hatte, zum Erstaunen aller, „ich könnte etwas Abwechslung gebrauchen nach diesem Scheißtag“.
Belle verlor keine Zeit. „Komm“, sagte sie, ergriff eine Hand des jungen Mannes und erhob sich, „ich zeige Dir mal das Himmelreich da unten. Du wirst Dich wundern, was man da alles anstellen kann“.
„Bring ihn mir ja heil zurück“, sagte Lucy mit schwerer Zunge, „er wird noch gebraucht. Die Arbeit auf der Farm macht sich nicht von alleine“.
„Keine Angst“, lächelte Belle, „Du kriegst ihn in einem Stück wieder…, aber es könnte sein, dass er dann nicht mehr Derselbe ist. Hihi. Komm, Joe“.
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