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Autor Thema: Jennas Weg, Teil 33  (Gelesen 4502 mal)
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Mandith
Writer und Poster
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 37


Schreiben heißt Bleiben

petersmano
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« am: Juni 01, 2012, 12:56:33 pm »

Endlich kamen die anderen die Treppe herauf.  Burt trug den vor sich hin zeternden Mr. Milfort über der Schulter. Als der Anna sah, rastete er aus. „Ich bring Sie um“, schrie er, „Sie und Ihr Miststück von Herrin…ich bring Sie um“.
„Da ist er wieder“, sagte Anna, „da ist er wieder“. Aufgeregt zeigte sie auf das Fenster.
„Wer ist da?“, fragte Court und stellte sich zu Anna ans Fenster. Was er sah ließ ihn das Blut gefrieren. „Scheiße“, sagte er, „das sind sie“.
„Das sind wer?“, wollte Blake wissen, „die Bullen? Jetzt schon?“.
„Ja“, sagte Court, „die Bullen. Sie steigen gerade aus“.
Trotz der hinter ihm liegenden Torturen, erkannte Harry seine Chance. „Hierher“, grölte er los, „Hilfe!“.
„Halts Maul“, sagte Blake und verpasste ihm einen wohlgezielten Haken. Harry wurde es ein weiteres Mal schwarz vor Augen.
„Was jetzt?“, fragte Lucy verzweifelt, „was machen wir jetzt?“. Händeringend suchte sie nach einer Lösung.
„Hinten raus“, sagte Court zu Blake, „durch die Waschküche. Da ist ein Fenster“. Lucy nahm Blake an die Hand und zeigte ihm den Weg. Burt trottete mit seiner Last hinterher.
„Halten Sie sie so lange wie möglich auf“, flüsterte Court den verbliebenen beiden Frauen zu, „ich gehe nach unten“. Fliegenden Schrittes eilte er zur Treppe.
Da klingelte es auch schon an der Tür.

„Hast Du das eben auch gehört?“, fragte Lou, „mir war so, als hätte ich jemanden rufen hören“.
Officer Daniel Miller zuckte mit den Schultern. „Tatsächlich? Ich hab nichts bemerkt“.
„Du warst ja auch noch am Auto“, sagte Lou und drückte erneut auf den Klingelknopf, „es war auch nur ganz kurz…hm…keine Ahnung, wahrscheinlich hör ich schon das Gras wachsen. Die Geschichte ist aber auch hochsensibel“.

Anna wartete, bis Court verschwunden war, bevor sie zur Tür ging. Mira hatte sich in die Sitzecke am Kamin gesetzt und nach einer Zeitschrift gegriffen, in der sie nun mit gespieltem Interesse blätterte.
„Wer ist da?“, rief Anna nach dem dritten Klingeln.
„Lieutenant Louis Croft, Miss“, antwortete Lou und hielt seinen Ausweis vor den Spion, „würden Sie bitte öffnen?“.
Zaghaft öffnete Anna die Tür. „Polizei?“, fragte sie, „ist etwas passiert?“.

In aller Eile hetzte Court hinunter in den Keller, durchquerte die Spielwiese und verschwand hinter dem Thron. Jetzt musste alles ganz schnell gehen. Vor der Stahltür blieb er kurz stehen und überlegte. Hm, hier konnte er möglicherweise etwas Zeit gewinnen. Entschlossen zog er die Tür hinter sich zu. Sollten die Herren von der Polizei doch etwas rätseln, wie sie da durchkommen konnten. Anna würde hoffentlich nicht sofort die Schalter betätigen.
Er rannte weiter durch die Schleuse und wollte gerade in seine Zelle schlüpfen, da fiel ihm im letzten Moment die offenstehende Tür in der Wand der zweiten Zelle auf.
„Scheiße“, entfuhr es ihm, und er eilte in den kahlen Raum, wo noch die eben benutzten Seile herumlagen. Schnell raffte er sie zusammen. Wohin damit? Verstecken konnte er sie nicht. Sollte er sie hinab in das Loch werfen? Auch nicht gut. Verdammt. Einfach die Tür schließen und hoffen, dass die Bullen sie nicht entdecken würden, ging auch nicht. Wer wusste schon, was Miss Carson, und nur sie konnte die Bullen gerufen haben, alles preisgegeben hatte. Immerhin hatte sie heute Morgen absichtlich alle Türen offenstehenlassen.

„Äh…“, Lou wusste nicht recht, wie er es sagen sollte, „das wissen wir, ehrlich gesagt, noch nicht. Wir haben einen Hinweis bekommen, dem wir nachgehen müssen“.
„Einen Hinweis?“, fragte Anna, „was denn für einen Hinweis?“.
Sie macht das großartig, dachte Mira, die das Ganze von ihrem Platz aus beobachtete. Die beiden Beamten standen immer noch vor der Tür, und das war gut so, denn Lucy und die drei Männer waren eben erst im hinteren Teil des Hauses verschwunden. Hoffentlich konnten sie den guten Mr. Milfort ruhig halten. Dass sie auch nicht an einen Knebel gedacht hatte…Mist.

Dieselben Gedanken hegte auch Lucy. Die Hintertür war verschlossen, da konnten sie nicht durch. Sie mussten Harry durchs Fenster hieven. Dummerweise fing der schon wieder an zu stöhnen. Sie musste etwas unternehmen, bevor er wieder ganz zu sich kam. Kurzerhand griff sie in den Stapel Schmutzwäsche, zog ein Nachthemd heraus und stopfte es Harry in den Mund, als er gerade wieder losgrölen wollte.
„Schön ruhig bleiben“, flüsterte sie ihm zu, während sie die Ärmel des Nachthemdes um seinen Nacken schlang und sie mit geübten Händen kräftig zuzog, „sonst schick ich Dich ins Spinnennest“.
Blake Dooley stand bereits draußen und erwartete die lästige Fracht, die Burt mit den Füßen voran durch das schmale Fenster schob. Wie gut, dass Harry nicht mehr die unförmige Figur von Früher hatte. Das hätte Probleme geben können. So dauerte es nur eine Minute, bis er draußen war. Blake setzte sich auf ihn und hielt ihm sicherheitshalber zusätzlich zum Knebel die Hand auf den Mund.
„Einen Ton, und Du bist tot“, warnte er Harry, und dieser wagte auch nicht ernsthaft, sich zu wehren. Er war erst einmal raus aus diesem Horrorhaus. Alles andere würde sich finden. Ob das aber besser war, daran mochte er im Moment lieber nicht denken.

„Wer ist denn da, Anna?“, meldete sich Mira lautstark zu Wort, „wer sind denn die Herren?“.
„Die Herren sind von der Polizei“, rief Anna zurück.
„Von der Polizei?“. Mira erhob sich und schlenderte, die Zeitschrift in der Hand, zur Tür.
„Guten Tag, meine Herren“, sagte sie, „was gibt es denn? Ist irgendetwas passiert?“.
„Guten Tag, Mrs….äh…“.
„Weller“, sagte Mira, „was kann ich für Sie tun?“.
„Wie ich eben schon sagte“, begann Lou, „wir haben einen Hinweis erhalten, dem wir nachgehen müssen. Es sollen sich hier…äh…gewisse Dinge…äh…ereignen, die…äh…auf ein Verbrechen hindeuten“. Scheiße, dachte er, wieso wirst Du so nervös? Wegen dieser Frau womöglich? Sie hatte ein ausgesprochen sicheres, fast schon autoritäres Auftreten,  so dass ihm die Worte nur schwer über die Zunge kamen.
„Ein Verbrechen?“, fragte Mira stirnrunzelnd, „hier? In diesem Haus? Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht in der Adresse geirrt haben?“.
„Keineswegs, Ma´am“, mischte sich Daniel ein, „wenn Sie nichts dagegen haben, würden wir uns gerne einmal umsehen“.
„Haben Sie einen Durchsuchungsbeschluss?“, fragte Mira.
„Den brauchen wir in diesem Fall nicht“, erklärte Lou, „unserem Hinweis nach, ist Gefahr im Verzug, und das gibt uns das Recht, auch ohne Durchsuchungsbefehl Ihr Haus zu betreten. Wenn Sie uns nun bitte hineinlassen würden“.
„Kommen Sie herein“, sagte Mira achselzuckend, „aber vielleicht sagen Sie mir mal, worum es überhaupt geht“. Die beiden Beamten traten ins Foyer.
„Eigentlich hatten wir Mrs. Carson erwartet“, meinte Lou, „darf ich fragen, wer Sie sind?“.
„Ich bin eine gute Freundin“, sagte Mira, „und das ist Anna, die gute Seele des Hauses. Was ist denn nun? Sie wollten mir sagen, worum es geht“.
„Nun“, begann Lou, „laut unserem Informanten, wird hier ein Mann festgehalten und misshandelt“.
„Haha“, lachte Mira, „das ist ja lustig. Es gibt tatsächlich jemanden hier, der festgehalten und misshandelt wird“.
„Wie bitte?“. Lou fiel die Kinnlade hinunter. Was zum Teufel…

Court suchte immer noch nach einem Versteck für die Seile. Händeringend sah er sich um, bis es ihm endlich wie Schuppen von den Augen fiel. Natürlich…war doch klar. Dass er da nicht gleich drauf gekommen war.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Burt leise.
„Wir warten noch ein paar Minuten“, sagte Blake, „wenn die Jungs im Keller sind, haben wir freie Bahn“.
„Weißt Du schon, was Du mit dem Kerl anfangen willst?“, wollte Burt wissen, „Du wirst ihn ja wohl schlecht wieder laufenlassen können“.
„Da hast Du Recht“, bestätigte Blake, „und deshalb werde ich ihn dahin schicken, wo er hergekommen ist. Aber erst mal werden wir ihn ein bisschen aufpäppeln müssen. Der gute Mann ist ziemlich am Ende“.

„Ich bin aber nicht sicher, dass der Mann sich über Ihren Besuch freuen wird“, fuhr Mira fort. „wir sind nämlich eigentlich bekannt für unsere Diskretion“.
Lou verstand kein Wort. Die Frau sprach in Rätseln.
„Hier geht es anscheinend in den Keller“, mischte sich Daniel Miller wieder ein und zeigte auf die nach unten führenden Stufen, „wir sollten uns das mal ansehen“.
„Wie Sie wollen“, resignierte Mira, „wenn es sich nicht vermeiden lässt. Da wird unser Gast aber sehr ungehalten sein. Naja, wir werden ihn schon wieder zur Räson bringen. Komm, Anna, führen wir die Herren nach unten“.

Das war das Zeichen. Leise zog sich Lucy von der Tür zurück. Sie hatte die ganze Zeit durchs Schlüsselloch gesehen und gelauscht. Die beiden anderen Frauen hatten alles richtig gemacht und genügend Zeit geschunden. Zumindest hoffte Lucy das. Schnell huschte sie zum Fenster der Waschküche.
„Sie sind unten“, flüsterte sie den Männern zu, „seht zu, dass Ihr hier verschwindet“.
„Okay“, sagte Blake, „Burt, fahr den Lieferwagen direkt vors Tor. Das ist hier zwar nicht gerade belebt, aber man weiß nie, ob nicht doch jemand zufällig hier vorbeiläuft“.
„Keine Sorge“, fügte Lucy hinzu, „wenn die erst mal unten sind, kriegen die nicht mehr mit, was hier oben abgeht. Viel Glück“.

Court schlüpfte in seine Zelle und ließ die Gittertür ins Schloss fallen. Er hatte ein Seil ordentlich aufgerollt und legte es in die Ecke neben dem Waschbecken. Das andere wickelte er sich um die Beine. Er schalt sich, dass er so viel Zeit damit vergeudet hatte, nach einem Versteck für die Dinger zu suchen. Was war schon verdächtig an einem Seil, wenn man sich in einem SM-Studio befand? Absolut gar nichts. Court war in diesen Dingen einfach zu unbedarft. Dabei war es außerordentlich aufregend. Er musste unbedingt mit Eileen darüber sprechen, wenn die Sache hier ausgestanden war. Eine leicht sadistische Ader hatte sie ja.
Skeptisch betrachtete er sein Werk. Hm…professionell sah das nicht gerade aus, aber völlig verkehrt auch nicht. Immerhin konnte er damit kaum die Beine bewegen und stand etwas unsicher auf den Füßen. Oh mein Gott, dachte er, wenn das meine Eltern erlebt hätten, dass ich mir hier selbst die Beine fessele…die hätten mich endgültig für einen Narren gehalten.
Er schwitzte gehörig, als er die Geräusche an der Stahltür vernahm. Jetzt bloß nichts anmerken lassen.

Lieutenant Louis Croft traute seinen Augen nicht, als das Licht die Spielwiese durchflutete. Er glaubte sich in eine andere Welt versetzt.
„Hey, geil“, entfuhr es seinem jungen Officer, „das ist ja der Wahnsinn“. So etwas hatte Daniel schon im Internet gesehen, allerdings nicht in diesen Dimensionen. Wären sie nicht wegen einer ernsten Sache hier, er hätte sich garantiert erst einmal alles genau angesehen, doch auch ihm verschlug es die Sprache, als sie vor dem Thron standen.
„Gefällt es Ihnen, junger Mann?“, fragte Mira, die seine unverhohlene Bewunderung bemerkte, und trat etwas näher an Daniel heran, „möchten Sie diesen wunderbaren Ort auch einmal etwas näher kennenlernen?“. Ihre rauchige Stimme ging ihm durch Mark und Bein.
„Ich…äh…“.
„Papperlapapp“, fuhr Lou dazwischen, „wir sind dienstlich hier. Wohin führt die Treppe hinter dem Ding?“.
„Na, wohin schon“, lächelte Mira, „zu Ihrem misshandelten Mann. Nach Ihnen…“. Mit einer ausholenden Bewegung lud sie den Lieutenant ein, hinab zu gehen.
Lou bekam eine Gänsehaut, als er die steilen Stufen hinabstieg. Er fühlte sich in graue Vorzeit versetzt, und er wurde jetzt sehr wachsam. Unheimlich war das hier.
Das Gefühl hatte auch Daniel, doch er sah es eher aufregend als unheimlich. Er dachte sofort daran, die Eindrücke in seine Musik einzubringen. Auf ihn wirkte der Ort ausgesprochen inspirierend.
„Die Tür ist geschlossen“, bemerkte Lou, „haben Sie den Schlüssel?“
„Einen Schlüssel gibt es nicht“, sagte Anna, „sie wird von einem elektronisch gesteuerten Mechanismus verschlossen, und sie lässt sich nur von außen öffnen“.
„Dann tun Sie das, bitte“, knurrte Lou ungeduldig, „ich habe keine Lust, hier Wurzeln zu schlagen“.
„Nun seien Sie mal etwas lockerer“, säuselte Mira, „dies ist ein Ort der Entspannung. Die Menschen kommen hierher, um abzuschalten und sich fallenzulassen“.
„Das Einzige, was ich gleich fallenlasse, ist meine Zurückhaltung“, sagte Lou genervt, „öffnen Sie die Tür“.
Anna betätigte den Schalter, und Mira stieß die Tür auf.
„Lassen Sie sie weit offen“, warnte Anna die beiden Polizisten, „wenn sie ins Schloss fällt, sitzen wir hier fest“.
Der Gedanke ließ Lou noch unruhiger werden, während Daniel es für eine außerordentlich erregende Vorstellung hielt. Als die beiden in die offene Schleuse traten, blieben Lou endgültig die Worte im Halse stecken. Er hatte soeben den Gefangenen in der linken Zelle entdeckt.
„Was zum…“. Weiter kam er nicht. Er musste schwer schlucken.
„Lou?“, rief Court gespielt überrascht, „was machst Du denn hier? Nun sag bloß nicht, Du bist auch…?“.
Lou brauchte eine Weile, um sich zu fangen. Der Mann hinter den Gitterstäben war sein alter Freund und Kartenspielkumpel Court Jester. Und das sollte der misshandelte Mann sein? Er war zwar schon immer etwas sonderlich mit seinem Narrentick, aber so was?“.
„Lassen Sie den Mann da sofort raus“, befahl er Anna, und die wollte gerade zum Schalter gehen, als Court dazwischenrief: „Nichts da. Meine Zeit ist noch nicht um. Ich habe bis zum Abend bezahlt“.
„Wie Sie sehen, haben unsere Misshandlungen noch nicht zu größeren Schäden geführt“, spottete Mira, „unser Gefangener genießt offensichtlich sein Dasein“.
Lou konnte es nicht glauben. Sein alter Kumpel ließ sich für Geld einsperren, und er hatte jahrelang nichts von dessen Neigungen bemerkt. Was es doch alles gab…und wie Court da stand, mit dem Seil um seinen Beinen. Das war ja geradezu pervers.
„Ich fasse es nicht“, sagte er zu dem Eingesperrten, „und ich dachte, Du wärest glücklich mit Eileen“.
„Das bin ich auch“, sagte Court, „und ich wäre Dir sehr verbunden, wenn Du das für Dich behalten würdest. Ich gönne mir halt ab und an mal den besonderen Kick. Davon muss sie nichts wissen, wenn Du verstehst, was ich meine“.
Plötzlich brach der Polizist in schallendes Gelächter aus. Er konnte sich kaum wieder einkriegen.
„Ich werd verrückt“, kicherte er, als er sich endlich wieder einigermaßen im Griff hatte, „das ist der Hammer. Court Jester  ein perverser Masochist. Ich werd nicht wieder“.
„Hey, hey“, schimpfte Court, „nun komm mal wieder runter. Was heißt hier pervers? Nur weil man sich ab und zu mal etwas unterordnen möchte? Was machst Du hier überhaupt?“.
„Hähä…wir haben einen anonymen Hinweis erhalten“, gluckste Lou, „demnach sollte hier unten ein misshandelter Mann eingesperrt sein…hahaha…wenn ich geahnt hätte, dass Du das bist…hohoho…dann hätte ich Eileen hierhergeschickt…hihi“.
„Mach keine Witze“, sagte Court sauer, „versprich mir, dass Du Deinen Mund hältst“.
„Schon gut, schon gut“, sagte Lou, „von mir erfährt sie nichts. Und Officer Miller hier wird auch nichts verraten. Klar, Daniel?“.
„Klar, Sir“, bestätigte Daniel, „ich kenne die Dame ja nicht mal. Aber eine Frage hätte ich noch“.
„So?“. Lauernd sah Court den jungen Officer an.
„Ist noch jemand hier unten?“, fragte der, „die Anruferin sprach von einem Loch im Boden, in dem der misshandelte Mann sich befinden sollte“.
„Außer mir ist hier niemand“, beeilte sich Court zu sagen, „die Sache mit dem Loch habe ich schon hinter mir. War eine echte Grenzerfahrung“.
Daniel war nicht aufzuhalten. Er wollte nichts dem Zufall überlassen. „Wo ist es?“, fragte er unbeeindruckt.
„Nebenan“, sagte Mira, „kommen Sie mit. Ich zeige es Ihnen“. Sie ging voraus, und Daniel folgte ihr, während Lou bei Court und Anna blieb.
„Sag mal“, flüsterte Lou, „wie ist es denn so? Ich meine…so…äh…Du weißt schon“.
„Kann man nicht beschreiben“, sagte Court, „muss man erlebt haben. Man hat was verpasst, wenn man´s nicht probiert hat“.
„Hm“, machte Lou, „bei uns…äh…also bei Audrey und mir…äh… ist ja auch schon längst nichts mehr so wie früher…sind ja auch schon fast zwanzig Jahre verheiratet…“. Lou räusperte sich, als Mira und Daniel um die Ecke kamen.
„Nichts“, sagte der junge Officer, „ein tiefes, leeres Loch. Nichts drin, nur so ein dunkler, matschiger Fleck in der Ecke. Sieht aus, als hätte dort jemand…äh…egal…jedenfalls ist da nichts“.
„Na gut“, sagte Lou, „dann war´s das wohl. Sieht so aus, als wolle da irgendjemand Miss Carson an die Karre pissen. Wo ist sie überhaupt? Gehört ihr das hier alles?“.
„Miss Carson ist zur Arbeit“, sagte Mira, „und ja, das gehört alles ihr. Es ist ihr Hobby“.
„Teures Hobby“, meinte Lou, „können Sie sich vorstellen, wer etwas gegen Miss Carson hat?“.
„Das Geschäft ist hart“, sagte Mira, „da wird mit harten Bandagen gekämpft. Es wäre schön, wenn Sie die Sache mit Diskretion behandeln würden. Miss Carson hat einen Ruf zu verlieren. Es muss nicht jeder von diesen Räumlichkeiten erfahren“.
„Keine Sorge“, versicherte ihr Lou, „ich habe auch kein Interesse daran, unseren Besuch in die Öffentlichkeit zu tragen. Sehen wir uns morgen Abend, Court?“.
„Klar“, sagte der, „wenn man mich nicht zu Tode misshandelt“.
„Tut mir Leid, Ihnen Umstände gemacht zu haben“, entschuldigte sich Lou bei den Frauen, als sie wieder im Foyer angekommen waren, „aber Sie werden verstehen, dass wir solchen Anschuldigungen nachgehen müssen“.
„Kein Problem“, sagte Mira, „nur etwas unangenehm für unseren Gast natürlich. Ach…wenn Sie einmal Lust verspüren sollten…hier ist meine Karte. Ich habe auch ein schönes Haus. Meine Mädels machen Sie gerne mit den wahren Freuden des Lebens vertraut“.
„Äh…ja, danke. Auf Wiedersehen“. Verschämt steckte Lou die Karte ein. Daniel grinste übers ganze Gesicht. Er hätte auch gerne eine Karte gehabt, sagte es aber lieber nicht.
„Hat hier nicht vorhin ein Lieferwagen gestanden?“, fragte er stattdessen, als sie in den Wagen stiegen.
„Na und?“, erwiderte sein Boss, „Sollen wir den jetzt etwa suchen und fragen, ob er eine Fahrerlaubnis hat?“.

„Das war verdammt eng“, sagte Lucy, die sich wieder zu ihren Gefährtinnen gesellt hatte. Gemeinsam sahen sie dem abfahrenden Polizeiwagen nach.
„Das war es“, bestätigte Mira, „jetzt sollten wir aber mal Mr. Jester aus seiner Lage befreien“.
„Oh ja“, sagte Lucy, „und dann müssen wir noch tun, was getan werden muss“.
„Allerdings“, nickte Mira, „packen wir´s an“.

Während im Haus hektisches Treiben einsetzte, harrte Jenna in unerträglicher Qual der Dinge, die da kommen sollten. Sie war am Ende ihrer Kräfte und kurz davor, die Selbstbeherrschung zu verlieren. Tagelang hatte sie sich den Genuss der sexuellen Erfüllung verweigert, um diese eine sensationelle Minute genießen zu können, für die sie bereit war, alles aufzugeben und mit ihrer Freiheit zu bezahlen. Nun war sie an einem Punkt angekommen, an dem die leiseste Stimulation alles ruinieren könnte. Und das, wo es doch bereits kein Zurück mehr gab. Der eine Anruf hatte den Stein unweigerlich ins Rollen gebracht. Nicht auszudenken, wenn sie jetzt schwach werden würde. Ihr Traum wäre geplatzt, ihr Schicksal dennoch besiegelt.
Eine Horrorvorstellung. Was würde sie tun, wenn danach der Verstand wieder die Oberhand gewänne? Noch ehe sie kamen, um sie zu holen? Flüchten? Wohin? Gab es dann überhaupt noch einen Ausweg?
Nein. Es gab kein Entkommen mehr, dafür war es nun zu spät. Eine Umkehr war ausgeschlossen. Und allein die Gewissheit dieser unumstößlichen Tatsache, brachte Jenna gefährlich nahe an die Grenze. Eine furchtbare Angst ergriff von ihr Besitz. Eine doppelte Angst. Die Angst, es könnte ihr von selbst kommen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte, und die Angst vor dem, was heute unweigerlich geschehen würde, wogegen sie schon jetzt nichts mehr tun konnte. Eine wahrhaft teuflische Gemengelage in Verbindung mit dem unwiderstehlichen Verlangen in ihren Eingeweiden.
Hatte sie die richtige Entscheidung getroffen? War es wirklich diesen hohen Preis wert? Ein winziger Rest ihres Verstandes sagte nein. Der Orkan in ihrem in allen Fasern sensibilisierten Körper schrie ja! Es war sowieso nicht mehr zu ändern. Sie musste etwas tun, um ihrer unfassbaren Erregung Herr zu werden. Sie hinauszögern, so gut es eben ging.
Heftig atmend erhob sich Jenna aus dem Bürosessel und legte sich rücklings auf den Teppich. Alle Viere von sich gestreckt wartete sie zitternd auf das Ende ihres selbstgewählten Weges. Wie lange würde er noch gehen?

Auch Anna konnte es kaum noch aushalten. Sie hatte schwer geschuftet in der letzten Stunde, nun war sie erschöpft. Nicht nur körperlich. Auch ihre Seele hatte schweren Schaden genommen. Immer wieder hatte Anna Mr. Jester gebeten, von seinem Vorhaben abzusehen, doch er war hart geblieben.
„Tut mir Leid für Sie, Anna“, hatte er gesagt, „es muss sein. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, alles beim Alten zu belassen. Nicht nach dem, was hier passiert ist. Da müssen Sie jetzt durch“.
Traurig hatte sich Anna zurückgezogen. Lucy und Mira waren vor wenigen Minuten gegangen, und nun saß sie allein oben im Wohnzimmer und hing ihren Gedanken nach.
Wie würde es Mistress Jenna auffassen? Würde sie es überstehen? Und Anna selbst? Würde sie durchhalten? Sie würde es müssen. Sie hatte gar keine Wahl.
Gedankenversunken ging Anna ins Schlafzimmer der Herrin, wo sie so wunderbare Dinge erlebt hatte, als die Welt noch in Ordnung war. Nun war nichts mehr in Ordnung. Alles war auf den Kopf gestellt, was bisher Gültigkeit gehabt hatte. Wehmütig sah sich Anna um. Es war alles wie immer. Das Bett, der Käfig, der Nachttisch…
Halt…etwas war anders. Auf dem Nachttisch lag ein großes Couvert, und es stand ihr Name darauf: ANNA.
Aufgeregt nahm Anna es an sich. Sie erinnerte sich daran, dass die Herrin davon gesprochen hatte. Anna sollte es öffnen, wenn die Zeit gekommen war. Und die Zeit war gekommen, da gab es keinen Zweifel. Anna öffnete das Couvert. Ungläubig blätterte sie in den Dokumenten. Das konnte doch nicht wahr sein?
Erschrocken warf sie die Dokumente auf den Boden, als würde sie sich die Hände daran verbrennen.
Mr. Jester hatte Recht. Es musste sich etwas ändern. Es musste dringend etwas passieren, was die Göttin zurück auf den Boden holte. Etwas, das sie wieder zu Verstand brachte. Und es war klar, dass es von nachhaltiger Wirkung sein musste!

„Gar nicht so einfach“, meinte Burt, der seit einer halben Stunde dabei war, Harrys Fesseln zu entfernen, „die Schlösser waren ja kein Problem, aber die Mistdinger selbst sind schwerer zu knacken als ein Panzerschrank“.
„Du schaffst das schon“, meinte Blake Dooley wohlwollend, „lass Dir ruhig Zeit. Ich will nicht, dass der Schwachkopf noch weiter verletzt wird. Dem geht´s eh nicht besonders. Na, immerhin kann er sich wieder einigermaßen bewegen, wenn er zu sich kommt. Was meinst Du? Eine anständige Prise Koks wird ihm die Schmerzen dann bestimmt erträglicher machen, was? Soll ja Wunder bewirken“.
„Ganz sicher“, stimmte Burt seinem Boss zu, „und soviel ich weiß, kennt er sich damit ja gut aus“.
„Na, das ist doch prima“, frohlockte Blake, „dann wollen wir mal dafür sorgen, dass er in nächster  Zeit auch genug davon bekommt, ehe wir ihn abliefern. Als kleine Entschädigung sozusagen. In zwei Wochen wird er wohl wieder fit sein. Dann kann er auf die Reise gehen. Bis dahin möchte ich, dass er alles bekommt, was er braucht“.
„Geht in Ordnung, Boss“, sagte Burt, „ha! Hab ihn. Das erste Ding ist ab“.
„Na also“, piepste Blake Dooley, „geht doch“.

Draußen auf dem Flur tat sich etwas. Es näherten sich Schritte. Schnell kam Jenna wieder hoch und ließ sich in den Stuhl fallen. Der Schweiß lief ihr von der Stirn, während sie zur Tür sah. Sie wagte nicht, sich die Kleider glatt zu streichen. Eine einzige unbedachte Berührung könnte sie über die Grenze bringen. Was würde nun passieren? Wie würde vorgegangen werden? Würde an die Tür geklopft werden? Oder würde man das Büro stürmen? Würde es hier gleich vor bewaffneten Beamten wimmeln? Würde sie sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden legen müssen, bevor man ihr Handschellen anlegte? Oder würden nur ein, zwei Polizisten hereinkommen und ein Beamter ihr artig ihre Rechte vorlesen?
Nichts von dem geschah. Auf dem Flur war es wieder ruhig. Verdammt…es mussten Leute aus den benachbarten Büros gewesen sein, die zur Mittagspause gingen oder zurückkamen. Oh Gott, dachte Jenna, lass es jetzt bitte schnell gehen.

Gemächlich rollte der Wagen in die Tiefgarage. Nach kurzem Suchen erspähte die Fahrerin einen freien Platz, und eine Minute später hallte das untrügliche Klacken von High-Heels durch das Parkdeck, bis sich die Tür zum Flur mit dem Fahrstuhl schloss.

Jenna kamen die Tränen vor lauter Anspannung. Sie holte einen kleinen Handspiegel aus der Schublade und betrachtete ihr Gesicht. Nicht schlimm, dachte sie erleichtert, Schweiß und Tränen hatten ihrem teuren Make-up noch nichts anhaben können. Nur ihr Haar zeigte erste Spuren der Hitze und der Erregung. Es begann, an den Spitzen zu kleben. Rasch bürstete Jenna es noch einmal durch.

Bereits im ersten Stockwerk hielt der Fahrstuhl wieder an, um weitere Fahrgäste aufzunehmen. Die Mittagspause war beinahe vorbei, und es herrschte Hochbetrieb. Noch fünfmal hielt er an, ehe auf dem Display neben der Tür die 18 erschien.

Erneut ertönten Geräusche auf dem Flur. Diesmal war sich Jenna sicher, dass es Damen aus den anderen Büros sein mussten. Sie erkannte eindeutig das Geräusch von hochhackigen Schuhen. Umso erschrockener war sie, als es an der Tür klopfte.
Oh Gott!!! Es war soweit!!!
Das Adrenalin schoss ihr ins Blut, dass ihr die Sinne zu schwinden drohten. Der Moment der Erfüllung war gekommen…nur noch wenige Sekunden…
„Herein“, würgte sie heiser hervor, und dann standen sie vor ihr.
„Hi, Jenna“, sagte ihre Mutter, „Mittagspause beendet?“.
„Geht es Dir nicht gut?“, fragte Mira, „Du siehst aus, als hättest Du einen Geist gesehen“.
Wortlos und am ganzen Körper bebend stand Jenna da und starrte die beiden Frauen verwirrt an.
„Hast jemand anderes erwartet, was?“, fragte Lucy mit strengem Blick, „die Polizei vielleicht?“.
„Ich…wie…?“.
„Die wird nicht kommen“, sagte Mira lapidar, „aber besser wird es für Dich dadurch nicht.“
Jenna verstand gar nichts mehr. Die beiden älteren Frauen nahmen sie in die Mitte und hakten sich bei ihr ein. Sie war kurz vor dem Zusammenbruch.
„Du kommst mit uns“, sagte Lucy scharf und packte fest zu. Ihrer Tochter drohten die Beine zu versagen.
„Nein“, wimmerte Jenna, „das geht nicht…ich muss hierbleiben…ich muss doch…“.
„Gar nichts musst Du“, unterbrach Mira sie, „mitkommen musst Du, und zwar sofort“.
Jenna war nur noch ein Häuflein Elend, als die beiden Frauen sie hinaus auf den Flur zum Fahrstuhl führten. Dieses Mal hatten sie ihn für sich.
Tausend verwirrende Gedanken schwirrten Jenna durch den Kopf, als sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte. Was war geschehen? War alles vorbei? Was hatten die Frauen vor? Wollten sie sie retten? Das war doch unmöglich. Jenna war vollkommen durcheinander, und dennoch war das Pochen in ihrem Schritt nicht verschwunden. Es hatte zwar etwas an Intensität verloren, aber es war noch da. Verzweifelt versuchte sie sich zu erklären, was ihren Plan vereitelt hatte. Es konnte doch nicht sein, dass alles vergebens gewesen war. Sie begann, hemmungslos zu weinen.

Anna hatte sich wieder gefasst. Ihr war klar geworden, dass nun zu tun war, was getan werden musste. Festen Schrittes ging sie hinab in den Keller, wo Court Jester die letzten Vorbereitungen traf.
Ein leiser Schauer lief ihr über den Rücken, als sie sah, was er in den Händen hielt.

„Einsteigen“, befahl Lucy ihrer völlig orientierungslos wirkenden Tochter und schob sie in den Fond des Wagens, bevor sie sich ans Steuer setzte. Mira gesellte sich zu Jenna auf den Rücksitz.
„Deine Hände“, sagte sie, „gib sie mir“.
Endlich fand Jenna die Sprache wieder. „Was soll das?“, fragte sie ungläubig, als sie die Handschellen sah, die Mira ihr vor die Nase hielt, „seid Ihr verrückt geworden?“.
„Hände auf den Rücken“, befahl Mira unbeeindruckt, „Du hast es nötig, von verrückt zu sprechen“.
Jenna wollte sich weigern, doch Mira packte beherzt zu, und wenige Sekunden später legten sich die stählernen Schellen um Jennas Handgelenke.
„Du wolltest unbedingt ins Gefängnis?“, sagte Lucy, während sie den Wagen startete, „Du kommst ins Gefängnis“.
„Mehr als Du denkst“, ergänzte Mira, und der Wagen setzte sich in Bewegung.
Was hatte das zu bedeuten? Jenna war jetzt endgültig verunsichert. Sie hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging. Aber eines erkannte sie genau: Das Pochen zwischen ihren Beinen schwoll erneut an. Vielleicht war es doch noch nicht vorbei. Wie auch immer, eine Wahl hatte sie offensichtlich nicht mehr. Und das war durchaus aufregend.

Court Jester sah auf die Uhr, die er endlich wieder am Arm trug. Sie mussten bald eintreffen. Miss Carson würde möglicherweise eine böse Überraschung erleben, wenn sie heimkam. Natürlich hätte er nachgeben können, doch die Dame hatte schwere Schuld auf sich geladen, und es entsprach nicht seiner Art, dieses ungestraft zu lassen. Es konnte nicht sein, dass er ihre Verbrechen einfach so ignorierte. Auch wenn er es der süßen Sklavin gegönnt hätte. Es nützte nichts, er musste ein Exempel statuieren. Ein Exempel, das allen zu Nutze war. Miss Carson genauso wie ihrer Sklavin, ihrer Mutter, all den Menschen, denen sie so viel Freude bereitet hatte und letzten Endes auch ihm selbst. Court musste sein Gesicht wahren, und wenn er alles richtig verstanden hatte, konnte er ihr sogar etwas davon schenken, wonach sie sich anscheinend so sehr sehnte, auch wenn es ihm vollkommen verrückt erschien.
„Sie ist da“, sagte Anna plötzlich.
Verwundert sah Court sie an. „Woher wollen Sie das wissen“, fragte er, „man hört nichts hier unten“.
„Sie ist da“, wiederholte Anna, „ich spüre sie. Sie ist ein Teil von mir“.
Er glaubte ihr jedes Wort. Wie groß musste die Liebe sein, die diese hübsche Frau für ihre Herrin empfand. Natürlich hatte Court längst bemerkt, dass die süße Sklavin nicht das war, wonach sie aussah, doch er äußerte sich nicht dazu. Er empfand großen Respekt vor ihr. Sie war ein wunderbarer Mensch, dessen war er sich sicher, und es tat ihm in der Seele weh, sie ihrer Herrin zu berauben. Doch er wusste, dass es keine Alternative gab, und er war überzeugt davon, ihr letztendlich einen großen Gefallen zu tun, und ihr das Glück zu bewahren, das ihr so am Herzen lag.
Und nun war es soweit.
Die Sklavin hatte sich nicht geirrt. Umrahmt von ihrer Mutter und der besten Freundin betrat Mistress Divine die Schleuse ihres eigenen Gefängnisses.
Und diesmal war sie die Gefangene.

Sie bringen mich nachhause, dachte Jenna, als sie erkannte, wohin die Fahrt ging. Der Weg durch die Stadt, hinaus zu den Randbezirken, die Umgehung, der graue Wald, das dunkle Haus, die Einfahrt. Wie im Fluge glitten die Erinnerungen an ihr vorbei, als der Wagen stoppte und die beiden ihr so nahestehenden Frauen sie aus dem Fond holten und die Stufen hinaufführten, die sie so oft erklommen hatte, um nachhause zu ihrer geliebten Anna zu kommen.
Anna!
Was, in Gottes Namen, hatte Jenna ihr antun wollen? Sie musste von Sinnen gewesen sein, einen solchen Plan zu entwickeln. Für eine sinnlose Rache und einer Minute des Glücks? Ein schwindender Moment im Tausch gegen eine Liebe, die tiefer war als der tiefste Ozean?
Die Erkenntnis traf sie wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel. Nichts auf der Welt war so wertvoll wie das, was sie und Anna miteinander verband. Nichts war so wertvoll wie die reine Liebe. Nicht einmal das unfassbar sensationelle Verlangen, das wie ein Dämon von ihr Besitz ergriffen hatte, und das sie, die doch eigentlich eine Göttin war, hinabgezogen hatte, in die Tiefen der alles verschlingenden Wollust, weit entfernt vom Himmel, den sie in ihr gesehen hatte.

Und nun trat sie durch die Schleuse, wie so viele Male vorher, und doch war alles anders.
Gefesselt hatte Jenna sie schon oft betreten, doch noch nie war sie hierhin gebracht worden. Immer war sie aus freien Stücken hierhergekommen, auf der Suche nach der Minute der Glückseligkeit, und oft hatte sie diese gefunden. Flüchtig, aber zutiefst befriedigend. Nur dieses eine Gefühl hatte ihr immer gefehlt. Dieses Gefühl, das sie vor vielen Jahren auf der Farm gehabt hatte.
Das allererste Mal.
Unvergleichlich, unbezahlbar, unerreichbar. Die Minute des allergrößten Glücks, für das sie beinahe zur Mörderin geworden war, wie schon viele vor ihr.
Diese Minute war nicht wiederzubeleben, auch wenn man noch so sehr danach strebte. Es gab kein Höher als Hoch. Auch eine Göttin konnte es nicht ein zweites Mal erleben. Und wenn sie auch noch so viel zu opfern bereit war.
Wirklich nicht?

„Mr. Jester…“. Ungläubig sah Jenna den Mann an, der an der Gittertür stand und sie freundlich ansah. „Sie sind noch hier?“.
„Ja, Miss Jenna“, sagte Court, „ich bin noch hier. Ich bin hier, um Sie zu retten“.
Verwirrt blickte Jenna um sich. Was ging hier vor? Und was war mit der Zelle passiert?
Ein Bett stand darin. Ein kleines zwar, aber ein bequemes, wenn sie es richtig einschätzte. Ein Tisch, ein Stuhl, sogar ein schmaler Teppich lag auf dem steinernen Fußboden. Unter dem Waschbecken stand eine Campingtoilette.
„Geh weiter“, sagte Mira, und Jenna ahnte, dass die Zelle für sie hergerichtet worden war. Das Pochen breitete sich aus, es erreichte fast den Punkt, den es vorhin im Büro erklommen hatte.
Fragend sah sie zu Court, zu Mira, zu Lucy, zu Anna, die mit gesenktem Haupt neben dem Sozialarbeiter stand, und wieder zu Court.
„Gehen Sie hinein“, sagte Court, „es wird für eine Weile Ihr Zuhause sein“.
Jenna verstand noch nicht wirklich, was ihr bevorstand. Für eine Weile? Was meinte er damit?
Es genügte eines sanften Druckes der beiden, sie immer noch festhaltenden Frauen, und Jenna war in der Zelle. Mira nahm ihr die Handschellen ab, bevor Court Jester die Tür ins Schloss fallen ließ.
Ein dumpfes Klicken ertönte, als es einrastete, und Jenna war gefangen. Erneut begann sie, an Händen und Füßen zu zittern. Eine verzehrende Wärme breitete sich in ihrem Körper aus, ausgehend von der Quelle des Pochens. Ein heiseres Stöhnen entrang sich ihrer Brust.
„Nun zu den Fakten“, sagte Court, „Sie haben schwere Schuld auf sich geladen. Dafür werden Sie büßen. Ein ganzes Jahr lang. Volle zwölf Monate werden Sie in dieser Zelle verbringen, und Sie werden sie während dieser Zeit nicht verlassen, kein Fernsehen haben, kein Radio, keine Tageszeitung. Nichts…nur sich selbst, und damit sind Sie noch gut bedient“.
Ein Jahr? Jenna traute ihren Ohren nicht.
„Was tun Sie da?“, fragte sie entsetzt, obwohl sie sehr wohl erkannte, was der Mann vorhatte.
„Ich sorge für klare Verhältnisse“, sagte Court und schlang eine schwere Kette um den Rahmen der Gittertür und der Zarge. Mit zwei starken, im Abstand von einem Meter angebrachten Schlössern sicherte er die Kette vor dem Entfernen.
„Die Schlüssel werde ich mitnehmen“, sagte er ruhig, „ich weiß sehr wohl, dass Sie alles daransetzen werden, Ihre Sklavin dazu zu bewegen,  Sie herauszulassen, indem sie den Schalter drückt. Das werde ich nicht zulassen“.
„Das können Sie nicht machen“, versuchte Jenna ihn zu überzeugen, „dazu haben Sie kein Recht“.
„Sprechen Sie nicht von Recht“, fuhr Court ungerührt fort, „das haben Sie die letzten Wochen reichlich gebrochen. Seien Sie froh, dass nicht wirklich Recht über Sie gesprochen wird. Ich hoffe, dass Sie die Zeit nutzen, um wieder zu Verstand zu kommen. Ich werde in unregelmäßigen Abständen vorbeikommen, um Schlösser und Kette zu überprüfen. Wenn ich Sie in einem Jahr wieder freilasse, werden Sie wissen, was Sie so herbeigesehnt haben, und ich bin mir sicher, dass Sie die Sache dann mit anderen Augen sehen“.
„Mutter, Mira, Anna“, flehte Jenna, „das dürft Ihr nicht zulassen…bitte“.
„Wir haben keine Wahl, mein Kind“, sagte Lucy seufzend, „es ist die einzige Möglichkeit, Dich nicht endgültig zu verlieren“.
Jenna rüttelte an dem Gitter. Verzweifelt sah sie die Frauen an, doch die nahmen sich an die Hand und begaben sich ohne ein weiteres Wort zum Ausgang. Nur Anna blickte kurz zurück, als sie die Schleuse durchquerten.
„Denken Sie an die Alternative“, sagte Court, ehe er den Frauen folgte, „die hätten Sie nicht wirklich gewollt“.
Jenna starrte ihm hinterher. Hilflos musste sie ansehen, wie er die Türen der Schleuse hinter sich zuzog.
Als die schwere Stahltür ins Schloss fiel, sank Jenna, bebend vor Aufregung, auf die Kante ihres neuen Bettes. Die Erkenntnis ließ sie derart erschauern, dass die kleine Welt, in der sie nun gefangen war, im Vergessen versank. Sie war ganz allein mit sich und ihrer Sehnsucht.
Ihre Hände wanderten zu ihren Brüsten, deren steinharte Knospen sich ihnen, nach Liebkosung sehnend, entgegenreckten. Durch die zarte Bluse hindurch gab Jenna ihnen, wonach sie verlangten. Mit geschlossenen Augen erkannte sie die heranrollende Naturgewalt und gab sich ihr hin. Es gab kein Entrinnen vor dem Tsunami, der sich rasend schnell aufbaute, bis er seine unwiderstehliche Macht entfaltete, ihren Körper und ihren Geist überflutete, sie davonspülte, sie hoch hinauf trug, um sie letztlich, alles mit sich reißend, zurückzutragen, sie zu Boden zu schleudern, sie aufzufangen auf einer Woge des unendlichen Glücks, während ihre Hände sich festkrallten an der süßen Quelle des Sturmes.
Tausendfach hallte das Gewölbe ihres Gefängnisses wider, als die gefallene Göttin ihre Stimme erhob und das Glück, dass sie so sehnlichst erhofft hatte, in den Raum hinausschrie, ehe eine unendlich tiefe Erfüllung die ersehnte Ruhe brachte.

Anna stand an der nur angelehnten Stahltür des Kerkers und lauschte mit klopfendem Herzen dem leidvollen Lied des Lebens.
Ihre geliebte Herrin hatte bekommen, was sie wollte. Sie war angekommen. Und auch wenn ihr Weg zum Schluss der Falsche war. Er würde nicht enden. Er war nur unterbrochen.
Zufrieden ging Anna die Stufen hinauf.
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